Wohlstandsaltar

Der Wohlstandsaltar ist in seiner Konzeption eine Anlehnung an den Isenheimer Altar von Matthias Grünewald, der zwischen 1506 und 1515 in Colmar entstanden ist.

In der Mitte des aufgeklappten Flügelaltars befindet sich die Wohlstandsgesellschaft, die in starker Übertreibung im Überfluss dargestellt ist. Berge von Süßigkeiten, Computertechnik, Autos, Geld und Gold türmen sich auf. In der Mitte jongliert der „Wohlstandsmensch“ mit teuren Statussymbolen, von denen Menschen in wirtschaftlich schwachen Ländern nur träumen können.

Die Seitenflügel rechts und links symbolisieren die Schattenseiten unseres Wohlstandes. Menschen, die unter unwürdigen Bedingungen für unseren Überfluss arbeiten. Kinder, welche in Kriege ziehen müssen, die in Slums oder auf der Straße leben und für die es schon Luxus wäre, ohne Hunger den Tag zu überstehen. Produktionen auf Kosten unserer Umwelt, Menschenrechte, die nur auf dem Papier stehen sind weitere Themen, die uns in diesem Zusammenhang begegnen.

Der zugeklappte Altar enthält Bildzitate von Banksy, ein zeitgenössischer Streetartkünstler aus England, der in seinen Arbeiten immer wieder auf Missstände unserer Gesellschaft hinweist. Ein ähnliches Bildmotiv wie das hier zu sehende, befindet sich an der Grenzmauer in Bethlehem, welche den israelischen Teil der Stadt von den palästinensischen Gebieten trennt.

Das „bunte Fenster des Luxus“, welches hier auf dem Wohlstandsaltar zu sehen ist, erscheint dem Betrachter nur durch ein Loch in der Wand und scheint für die Kinder, welche sich darunter befinden, unerreichbar.

Der Altar wurde sowohl fächer- als auch klassenübergreifend gestaltet. Im Deutschunterricht der Klasse 8a entstanden Referate zum Thema „Blick über den Zaun“, ein Projektvorschlag aus dem Deutschbuch der 8. Klasse. Dabei haben sich die Schüler in Form von PowerPoint Präsentationen und Wandzeitungen auf Referate vorbereit, in denen sie sich mit Lebensentwürfen von Jugendlichen in anderen Ländern auseinandergesetzt haben. Hierbei entstanden die Bild-Text-Collagen, die vor allem einen Blick auf die Teile unserer Weltbevölkerung richten, denen es nicht so gut geht wie uns und die nicht selten auf unsere Hilfe und Unterstützung angewiesen sind.

Die künstlerische Gestaltung fand in der Kunst AG sowie im Kunstunterricht verschiedener Klassen statt.

S. Belz

Realschullehrerin für Deutsch und Kunst
Ludwig-Derleth-Realschule Gerolzhofen